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Energiegesetz, was nun? Share:

Globale Erwärmung: Energiesparen ist ein Muss!

Die Energiestrategie 2050 wurde angenommen, was nun?

Jeder kann seinen Beitrag zur Senkung des Energieverbrauchs leisten, dies muss nicht unbedingt mit einem hohen Kostenaufwand verbunden sein.


Gebäudesanierung

Knapp 1/3 des Gesamtenergieverbrauchs wird für die Raumwärme aufgewendet. Die Wärmeverluste machen anteilsmässig 50% durch Wände, Dach und Boden, 30% durch Fenster und 20% durch Luftwechsel aus.

Eine gute Wärmedämmung ist die effektivste Massnahme zur Senkung des Energieverbrauchs, denn durch eine wärmetechnische Gebäudesanierung kann der Heizenergieverbrauch um bis zu 90% reduziert werden. Bei den aktuell relativ tiefen Energiepreisen im Vergleich zu den hohen Kosten einer Sanierung würde sich eine Investition erst nach etwa 50 Jahren auszahlen. In die Kosten-Nutzen-Rechnung sollte natürlich auch der zusätzliche Komfort durch weniger Durchzug, wärmere Wände im Winter und kühlere Innenräume im Sommer einfliessen.

Für Gebäude unter Denkmalschutz können sich Wärmedämmputze wie Fixit 222 oder Hegatherm eignen. Lassen Sie sich von einem Fachexperten und den Denkmalschutzverantwortlichen der Gemeinde beraten.

Der Austausch von Fenstern rechnet sich energetisch kaum, daher sollten sie nur ersetzt werden, wenn es wirklich nötig ist (Undichtigkeit, Glasbruch etc.).

Sofern eine Sanierung ansteht, soll der Einbau einer Komfortlüftungsanlage in Betracht gezogen werden, da diese sehr effizient arbeiten und dauernde Frischluftzufuhr bei geringem Wärmeverlust garantieren.


Umwelttechnologie

Sobald die Investitionskosten in der Schweiz ein interessanteres Preisniveau erreichen, werden Photovoltaikanlagen für die persönliche Energieversorgung von grosser Bedeutung sein.

Der Ersatz eines Elektroboilers durch einen Wärmepumpenboiler reduziert den Stromverbrauch um über 60%. Dies ist energetisch sinnvoll, insbesondere wenn man bedenkt, dass etwa 3% des gesamten Stromverbrauches in der Schweiz für die Bereitstellung von Warmwasser benötigt wird. Durch den zusätzlichen Einsatz von Solaranlagen kann dieser weiter gesenkt werden. Im Verhältnis zum Sparpotential sind die Solaranlagen in der Schweiz immer noch zu teuer.

Für die Wohnraumheizung ist ein Holzspeicherofen mit Rauchfilter eine mögliche Alternative. Das gemütliche Ambiente entschädigt für den grösseren Aufwand. Informieren Sie sich dazu bei einem Experten.

Intelligente Steuerungen im Haushalt helfen den Energiefluss zu nivellieren indem sie die Verbrauchsspitzen brechen. In Zukunft werden diese Steuerungen ein MUSS sein.


Energiesparmassnahmen

Auch einfache, kostengünstige Massnahmen können den individuellen Energieverbrauch nachhaltig verringern. So senkt die Reduktion der Raumtemperatur um 1 °C den Heizenergieverbrauch um ca. 6%. Richtiges Lüften während der Heizperiode schont ebenfalls den Energieverbrauch.

Aus energetischer Sicht ist die richtige Temperatureinstellung beim Warmwasser folgerichtig. Es gilt jedoch zu beachten, dass zu niedrige Temperaturen die Entstehung von Legionellen im Leitungswasser begünstigen und somit die Gesundheit gefährden können. Erkundigen Sie sich dazu bei der Hausverwaltung oder einem Experten. Zweckmässig sind ausserdem jegliche Massnahmen, welche den (Warm-) Wasserverbrauch begrenzen.

Kaputte oder sehr alte elektrische Geräte sollten durch sparsamere mit dem Label A+++ oder A++ ersetzt werden. Einen guten Überblick findet sich auf www.topten.ch. Um das Portemonnaie zu schonen lohnt es sich aktuelle Sonderangebote und Aktionen in den Fachgeschäften zu prüfen. Da die Herstellung neuer Geräte, genauso wie die Entsorgung und das Recycling, energieintensiv ist, sollte von einem verfrühten Ersatz von energetisch akzeptablen Gerätschaften abgesehen werden.


Individualverkehr

Ab 2021 dürfen neu importierte Personenwagen über die ganze Flotte im Durchschnitt nur noch 95 g CO²/km ausstossen.

Ein Fahrzeug mit einem Ausstoss von ca. 95 CO²/km, welches 4.2 Liter Benzin / 100 Kilometer verbraucht (bzw. 3.6 Liter Diesel / 100 Kilometer) benötigt bei einer jährlichen Laufleistung von 20'000 Kilometer ca. 840 Liter Benzin (720 Liter Diesel). Gemäss den heutigen Richtlinien (135 g CO²/km) benötigt neues Fahrzeug im Schnitt 1160 Liter Benzin, bzw. 1000 Liter Diesel. Diese Einsparungen nutzen zwar der Umwelt mit der verminderten Abgas- und Feinstaubbelastung, sind aber im Vergleich zu einer optimalen energetischen Gebäudesanierung mit zusätzlichen neuen effizienten Geräten marginal. Der vielfach propagierte Wechsel von Verbrennungs- zu Elektromotoren eignet sich nicht wirklich zur Problemlösung, da ein Elektroauto mit derselben jährlichen Laufleistung mindestens 2000 kWh Strom benötigt. Wer hingegen das Auto nur im nötigsten Fall verwendet und hauptsächlich zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs ist, schont die Umwelt und senkt den Energieverbrauch.


Kurz gesagt:

  • Ersatz von Elektroboiler durch Wärmepumpenboiler, bzw. durch ein neues Heizsystem, falls das ganze System ersetzt werden soll
  • Senken Sie die Raumtemperatur auf ca. 20 – 21 Grad im Winter, im Schlafzimmer sogar auf 18 Grad
  • Entlüften Sie, oder lassen Sie die Heizkörper entlüften, falls dies notwendig ist (Radiatoren «blubbern»)
  • Im Winter Stosslüften und nicht die Fenster den ganzen Tag kippen
  • Falls Sie einen «geschlossenen» Holzofen haben, nutzen Sie diesen öfters in den kalten Jahreszeiten
  • Einsatz von Durchlaufbegrenzer und/oder Sparduschkopf senkt nicht nur den Wasserverbrauch, sondern auch den Heizenergieverbrauch
  • Lieber kurz Duschen als Baden, 5 Minuten sollen reichen
  • Ersetzen Sie kaputte Leuchtmittel durch energieeffiziente Modelle und diese nur brennen lassen, wenn das Licht auch benötigt wird
  • Elektronische Geräte immer ganz ausschalten und nicht auf Standby stellen sowie Ladegeräte vom Strom nehmen, wenn diese nicht gebraucht werden


Weiterführende Links: 

https://www.admin.ch/opc/de/federal-gazette/2016/7683.pdf

http://www.topten.ch/

https://www.watson.ch/Schweiz/Energiewende/341429203-Das-Energiegesetz-ist-Tatsache-%E2%80%93-so-geht-es-jetzt-weiter

https://www.beobachter.ch/politik/endlich-verstandlich-das-neue-energiegesetz

https://www.gaulhofer.com/ch

https://www.austroflamm.com/